Mehr als nur ein Phänomen
Dass die Rave Szene eine eingeschworene Gemeinschaft ist und eine Art familiären Zusammenhalt generiert, verdeutlicht jüngst das Beispiel im Norden Deutschlands. Die Pleite des Techno- und Hard Style-Ladens “New Bambu” in Neustadt zeigt wunderbar, wie die Fans hinter dem bankrotten Ex-Betreiber stehen.
Der Discothekenbesitzer führte den Laden satte 5 Jahre und kann auf eine Community von fast 10.000 begeisterten Ravern zurückgreifen. Sieht man sich die vielen Kommentare im Internet an, stellt man sehr schnell fest, dass sie auch nach der Pleite voll und ganz hinter ihm stehen und ihn bei seinen neuen Projekten unterstützen.
Die Pleite sei unverschuldet zustande gekommen, denn vor knapp einem Jahr kaufte der Besitzer des “New Bambu” eine GmbH für nur einen Euro. Leider trieben ihn die Schulden, die der Vorbesitzer angehäuft hatte, nun in die Insolvenz. Natürlich litt auch die Großdicothek unter diesem Manko und wurde von Amts wegen geschlossen. Davon ließ er sich freilich nicht beeindrucken, sondern zog kurzerhand mit seinen vorab geplanten Events, schließlich waren die Verträge mit den DJ`s schon abgeschlossen, in eine andere Location.
Neue Besitzer kündigten sich schnell an, die nach altem Konzept die Disco weiter führen wollen. Die Chancen, die alten Stammgäste gleich mit zu übernehmen, stehen angesichts des Zusammenhalts der Community jedoch denkbar schlecht. Sie sehen sich als Familie, die zusammen halten wird und dem alten Besitzer folgen wollen - wo auch immer er einen neuen Laden auf macht will.
Hieran sieht man mal wieder, dass es sich um eine Techno-Gemeinschaft handelt, in der Zusammenhalt und Loalität zählen - eine eigene Kultur und nicht nur ein kurzfristig aufkeimendes Musikphänomen.
